BAHNHOF ANZINGER – Siegfried Anzinger und seine Meisterschüler – 18.11.2011 bis 16.01.2012

02.11.11 AKTUELLES, AUSSTELLUNGEN

18.11.11bis16.01.12

Als Siegfried Anzinger im Jahr 2000 in Bielefeld ausstellte, war es ein Fanal gegen die Malerei von Markus Lüpertz und Jörg Immendorff, die damals mit ihren Klassen den Ton an der Kunstakademie Düsseldorf angaben. Anzinger kam aus Österreich, und dort liebt man mehr als in anderen Ländern die Brüche, die Fragezeichen, die Wechselspiele. In einem Interview mit der Autorin sagte Anzinger 2010 im Kunstforum: „Die deutsche Malerei behauptet mit Malerei etwas. Ich stelle sie in Frage. Das klingt überheblich, aber ich bin einfach nicht sicher. Ich zeige, probiere und warte ab, ob das lesbar ist.“ (1)

Er hatte 1997 die Klasse für Malerei übernommen und leitete einen Umbruch ein. Er fragte nicht nach der Botschaft im Bild, sondern erlaubte den jungen Menschen, sich selbst zu entwickeln. Und das hieß, ihre poetische Haltung im Bild erstens zu erkennen und zweitens zukunftstauglich zu machen. Was vor kurzem unter dem Motto „Neues Rheinland“ im Museum Schloss Morsbroich in Leverkusen gezeigt wurde, hat in seiner Klasse eher unbewusst begonnen.

Zu seinen ersten Studenten gehörten Antje Barnickel, die man ursprünglich wegen Unfähigkeit vor die Tür setzen wollte, Rosilene Luduvico, die im Urwald von Brasilien aufgewachsen war und über den Düsseldorfer Konrad Klapheck zu ihm kam, und Takeshi Makishima aus dem fernen Japan. Siegfried Anzinger nahm den jungen Menschen den Druck, respektierte sie als Person und spendete ihren Werken auch dann Lob, wenn sie vielleicht nicht ganz perfekt waren. Das tut er noch heute in der Klasse. Er kann bei den Kolloquien Bilder kommentieren, die ein Journalist sofort abkanzeln würde. Er sieht Entwicklungen voraus, die noch gar nicht eingetreten sind. Desweiteren werden folgende Künstler unter dem Ausstellungstitel “Bahnhof Anzinger” in unserer Galerie präsentiert. Nika, Teresa Bockor, Lisa Vigener, Dejan Spasovski und Janes Haid-Schmallenberg.

Die Ausstellung ist vom 21. November 2011 bis zum 16. Januar 2012, wochentags von 9.00 – 18.00 Uhr, geöffnet.

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
am 18. November 2011, 19.30 Uhr
in der Galerie Geuer & Breckner

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen unter 0211 – 54 22 13 10 zur Verfügung. Wir freuen uns auf Sie.

(1) Text von Helga Meister